BENdA-Fachtagung: Gemeinsam Zukunft gestalten
Am 6. November 2025 fand im Ökohaus in Frankfurt am Main unsere bundesweite hybride BENdA-Fachtagung in Kooperation mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main statt. Unter dem Titel „Gemeinsam Zukunft gestalten: Eltern mit Migrationsgeschichte als geschulte Ratgeber*innen junger Menschen im Übergang Schule – Berufsausbildung“ kamen Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, und Politik sowie aus Migrat*innenorganisationen und die Rat geben-Projekte zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Übergang Schule – Berufsausbildung zu diskutieren.
Neben inspirierenden Impulsen, wertvollem Austausch und spannenden Diskussionsrunden gab es jede Menge Einblicke in ausgewählte Good-Practice-Beispiele aus dem ESF Plus-Modellprogramm “Rat geben – Ja zur Ausbildung!”.
Die Veranstaltung begann mit eindrucksvollen Videobeiträgen sowie Grußworten von:
- Dr. Elizabeth Beloe, Vorsitzende des BV NeMO
- Florian Schöll, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Bildung der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main
- Philipp Langer, Referent für das ESF PLus-Modellprogramm “Rat geben – Ja zur Ausbildung!” im Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Sie betonten die Bedeutung diskriminierungskritischer Ansätze und die zentrale Rolle von Eltern und Bezugspersonen bei der Berufsorientierung insbesondere bei jungen Menschen mit Migrationsgeschichte.
Zwei Keynotes skizzierten die fachlichen Rahmenbedingungen im Übergang Schule-Berufsausbildung, vertieften die Bedeutung elterlicher Unterstützung und wie diese für ihre Rolle als wichtige Ratgebende gestärkt werden können:
- Dieter Dohmen, Gründer und Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS), hob hervor, wie wichtig es sei, Eltern zunächst einen verständlichen Zugang zum komplexen deutschen (Aus-)Bildungssystem zu ermöglichen. Nur so könnten sie ihre Kinder wirksam unterstützen und ihnen Orientierung in einer sich schnell verändernden Ausbildungs- und Arbeitswelt bieten.
- Dr. Mehmet Alpbek, Sprecher des Vorstands des Bundeselternnetzwerks der Migrantenorganisationen für Bildung und Teilhabe (bbt), ergänzte diese Perspektive um die spezifischen Erfahrungen von Eltern mit Migrationsgeschichte. Er wies darauf hin , wie wichtig es sei, diese Eltern über ihre Rechte zu informieren, ihnen Beteiligungsmöglichkeiten aufzuzeigen und sie als aktive Partner im Bildungs- und Übergangsprozess ihrer Kinder zu stärken.
Im weiteren Verlauf stellten Projektträgerinnen des BENdA-Netzwerks konkrete Good-Practice-Beispiele vor. Dazu zählen unter anderem:
- Austauschzirkel für Eltern, Angehörige und Freund*innen junger Menschen mit Migrationsgeschichte, die bereits in mehreren Regionen erfolgreich umgesetzt werden
- Digitale Fortbildungen zu Themen wie Ausbildungswege, Diversität, Interkulturalität und aktuellen Entwicklungen in der Berufsbildung
- Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Elternberatung, der aufzeigt, wie innovative Technologien Beratungsprozesse erleichtern können
- Ein Projekt zu kultursensiblen Informationen über Pflegeberufe, das Eltern gezielt unterstützt und Zugänge zu diesem Arbeitsfeld eröffnet
Das BENdA-Team präsentierte erste Zwischenergebnisse der bundesweiten Vernetzungsarbeit und wie es die 16 Rat geben-Projekte strukturell stärkt, fachlich unterstützt und langfristig miteinander verbindet.
Abschließend wurden zentrale Erkenntnisse aus der externen Evaluation des Modellprogramms „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ vorgestellt. Die Ergebnisse lieferten wertvolle Einblicke in bisherigen Fortschritte, Wirkungen und weitere Entwicklungsbedarfe des Programms
Die Fachtagung machte deutlich, wie viel Potenzial in der gezielten Stärkung von Eltern mit Migrationsgeschichte als wichtige Bezugspersonen für junge Menschen liegt. Sie zeigte zugleich wie auf so vielfältige Weise Eltern begleitet und unterstützt werden können, um jungen Menschen mit Migrationsgeschichte den Zugang zur Ausbildung diskriminierungskritischer und chancengerechter zu gestalten.