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Ort: Leipzig

Gesichter von Rat geben: Interview mit Iuliia Timofeeva

Iuliia Timofeeva (sie/ihr) arbeitet als Projektmitarbeiterin in Sachsen im Projekt „FrauenLand“ von DaMigra e.V. DaMigra ist seit 2014 als bundesweiter feministischer Dachverband der Migrantinnenorganisationen aktiv. Das Projekt „Frauenland“ ist eines der Projekte des Verbandes und die inhaltlichen Schwerpunkte liegen insbesondere auf niedrigschwelligen Empowerment- und Bildungsangeboten für Migrantinnen und geflüchtete Frauen, vor allem im ländlichen Raum in Sachsen.  

Welche Aufgaben übernehmen Sie als Projektmitarbeiterin und welche Bedeutung hat das Projekt „Frauenland“ für die Unterstützung von Frauen* mit Migrations- und Fluchterfahrung?

Das Ziel des Projektes ist es, Frauen* mit Migrations- und Fluchterfahrung beim Ankommen in Deutschland zu unterstützen, Räume für Austausch zu schaffen und den Zugang zu wichtigen Informationen und Strukturen in Deutschland zu erleichtern. Wir arbeiten immer bedarfsorientiert. Ein besonders großer Bedarf besteht zurzeit beim Zugang zum Arbeitsmarkt und zur Ausbildung. Immer wieder kommen Frauen* zu uns, die auf der Suche nach einem Job sind oder sich beruflich weiterentwickeln möchten.

Dabei sind die Ausgangssituationen jeder einzelnen Teilnehmer*innen unterschiedlich. Manche Frauen*, die zu uns kommen, sind zum Beispiel hochqualifizierte Fachkräfte. Sie haben in ihren Heimatländern beispielsweise als Mikrobiolog*innen, Ingenieur*innen oder Buchhalter*innen gearbeitet. Und jetzt stehen sie vor der Herausforderung, erstens ihre Qualifikationen und Abschlüsse anerkennen zu lassen und anschließend noch eine Weiterbildung zu machen, um ihren Beruf in Deutschland ausüben zu dürfen.

Welche zentralen Aufgaben und Schwerpunkte verfolgten Sie und Ihr Projekt insbesondere im Hinblick auf den Zugang von Frauen zur Ausbildung?

Wir haben auch Teilnehmer*innen, die zunächst ihre Schulabschlüsse nachholen müssen und dann eine Ausbildung beginnen, damit sie in Zukunft eine sichere, feste Stelle bekommen können. Deshalb ist es für uns immer wichtig, individuell und intersektional zu schauen, welche Unterstützung jede einzelne Person tatsächlich braucht, damit sie Zugang zum Arbeitsmarkt bekommt, nicht in den Niedriglohnsektor gedrängt wird und ihr Leben selbstbestimmt gestalten kann.

Dabei müssen wir aber nicht nur auf individuelle Voraussetzungen schauen. Der strukturelle Ausschluss migrantischer Frauen* vom gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt und zur Bildung spielt dabei eine sehr große Rolle. Dazu gehören zum Beispiel fehlende oder schwierige Anerkennung von Qualifikationen, die in anderen Ländern erworben wurden, bürokratische Hürden, die ungleich verteilte Care-Arbeit und fehlende Kinderbetreuung. Dazu kommen natürlich auch Sprachbarrieren sowie Rassismus, Klassismus und Sexismus auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungssystem. Diese strukturelle Benachteiligung erschwert nicht nur die Unabhängigkeit von Frauen, sondern schränkt auch ihre gesellschaftliche Teilhabe ein.

Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Frauen* mit Migrations- oder Fluchterfahrung beim Übergang von der Schule-Berufsausbildung?

Schlechtere Bezahlung, prekäre Arbeitsverhältnisse und das Risiko von Altersarmut sind keine abstrakten Probleme. Dahinter stehen reale Schicksale und Lebensgeschichten. Deshalb braucht es gezielte und intersektionale Maßnahmen, die genau diese Ungleichheiten abbauen. Und genau hier setzt unsere Kooperation mit dem Modellprogramm „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ an. In den vergangenen Jahren haben wir mehrere Veranstaltungen zum Thema „Zugang zur Ausbildung“ organisiert.

Wie haben Sie gemeinsam mit dem Rat geben-Projekt „Deine Zukunft: Ausbildung in der Region Leipzig“ dazu beigetragen, diese Herausforderungen zu bewältigen?

Bei den Veranstaltungen ging es zum einen darum, die Teilnehmer*innen zu stärken und ihnen Wissen über ihre ersten Schritte auf dem Weg zur Ausbildung in Deutschland zu vermitteln. Gleichzeitig war es uns aber auch sehr wichtig, die Teilnehmer*innen als Multiplikator*innen zu stärken, damit sie dieses erworbene Wissen anschließend weiter in ihre Communities tragen und dadurch auch andere Frauen* und ihre Kinder unterstützen können.

Im Rahmen unserer Kooperation haben wir unterschiedliche Veranstaltungen mit verschiedenen Schwerpunkten durchgeführt. Wir haben sowohl niedrigschwellige Bewerbungstrainings und allgemeine Informationsveranstaltungen zum Thema Zugang zur Ausbildung angeboten als auch anspruchsvollere Workshops und Diskussionsrunden zu den Themen Diskriminierung sowie sensible und diskriminierungsfreie Bildung.

Welche Takeaways nehmen Sie aus der Zusammenarbeit mit dem Modellprogramm „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ mit?

Der große Vorteil des Modellprogramms „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ ist für mich die Mehrsprachigkeit. Die Inhalte können in unterschiedlichen Sprachen vermittelt werden. Gerade für Frauen*, die erst vor kurzer Zeit nach Deutschland gekommen sind, ist das besonders nützlich. Denn wenn die Informationen verständlich und in der eigenen Sprache an die Teilnehmer*innen vermittelt werden, können von Anfang an Barrieren abgebaut werden. Die Frauen* bekommen dadurch mehr Sicherheit und können ihre beruflichen Perspektiven selbstbestimmt gestalten.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Aktionstag Lehrstellen in Leipzig – Ausbildung praxisnah erleben

Am 4. Juni 2026 fand im ZAW – Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig GmbH der 34. Aktionstag Lehrstellen statt. Die von der IHK zu Leipzig organisierte Ausbildungsmesse bot Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften die Möglichkeit, sich umfassend über Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten in der Region zu informieren.

Rund 70 Unternehmen und Ausstellende präsentierten ihre Ausbildungsangebote und boten wertvolle Einblicke in eine Vielzahl unterschiedlicher Berufsbilder. Eingeladen waren insbesondere Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 12 sowie Eltern, Lehrkräfte und weitere Multiplikator*innen.

An den Messeständen der Unternehmen und in den Werkstätten des ZAW erwartete die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm aus Information, Praxis und persönlichem Austausch. Mitmachaktionen, Gespräche mit Auszubildenden und der direkte Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben machten berufliche Perspektiven greifbar und vermittelten einen praxisnahen Eindruck vom Ausbildungsalltag.

Auch das Rat geben-Projekt „Deine Zukunft: Ausbildung in der Region Leipzig“ war mit einem Informationsstand vertreten. Das Projektteam informierte Jugendliche und ihre Begleitpersonen über die vielfältigen Möglichkeiten der dualen Ausbildung, unterstützte bei Fragen zur Berufsorientierung und zeigte Perspektiven für den erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben auf. In persönlichen Gesprächen konnten individuelle Anliegen geklärt und passende Unterstützungsangebote vorgestellt werden.

Der 34. Aktionstag Lehrstellen zeigte erneut, wie wichtig der persönliche Austausch zwischen jungen Menschen und Ausbildungsbetrieben für eine erfolgreiche Berufsorientierung ist. Die Kombination aus praxisnahen Einblicken, direkten Gesprächen und vielfältigen Informationsangeboten machte die Veranstaltung zu einer wertvollen Plattform für den Übergang von der Schule in die Berufsausbildung.

Unsere Rat geben-Kolleg*innen von „Deine Zukunft: Ausbildung in der Region Leipzig“ konnten viele Jugendliche und ihre Familien erreichen und Wege für eine erfolgreiche berufliche Zukunft aufzeigen.

„Deine Zukunft: Ausbildung in der Region Leipzig” bei der HANDWERK Live 2026

Unter dem Motto „Erlebe Tradition. Entdecke Innovation.“ war das Rat geben-Projekt „Deine Zukunft: Ausbildung in der Region Leipzig” am 3. Februar 2026 auf der größten Handwerksmesse in Leipzig dabei! Gemeinsam mit der @hwk_leipzig zeigten unsere Rat geben-Kolleginnen den interessierten Besuchern am Infostand auf, wie zukunftsfähig das Handwerk für junge Talente ist.

Unsere Kolleginnen hatten einen erfolgreichen Tag: Sie berieten Familien mit Migrationsgeschichte individuell zu den verschiedenen Ausbildungswegen, knüpften neue Kontakte zu anderen Regionalprojekten und gaben ihre Begeisterung für das Handwerk direkt an die nächste Generation weiter.

Mehr über die ZAW-Aktivitäten und Beratungsangebote erfährst du auch auf ihrem Instagram-Kanal.

Du hast unser Rat geben-Projekt auf der Messe verpasst? Kein Problem! Nutze ihr Kontaktformular für deine persönliche Beratung.
📅https://ausbildung-region-leipzig.de/termin-vereinbaren/

Mehrsprachige Workshop-Reihe informiert über Ausbildungswege für Jugendliche mit Migrationsgeschichte

Im Rahmen des Rat geben-Projekts „Deine Zukunft: Ausbildung in der Region Leipzig“ fand Ende April und Anfang Mai 2025 eine vierteilige, mehrsprachige Workshop-Reihe in Leipziger Gemeinschaftsunterkünften statt. Das Projekt, das Bezugspersonen von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte auf dem Weg in Ausbildung begleitet, koordiniert die Veranstaltungen gemeinsam mit der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. – Regionalverband Leipzig/Nordsachsen.

Unter dem Titel „Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche mit Migrationshintergrund – berufliche Perspektiven in der Region“ informierten die Workshops praxisnah Eltern, Angehörige und Betreuer*innen über das duale Ausbildungssystem, konkrete Berufsbilder, Sprachförderung und regionale Unterstützungssysteme.

Das Besondere: Die Workshops fanden mehrsprachig, niedrigschwellig und direkt vor Ort statt – in den Unterkünften Könneritzstraße, Wilhelminenstraße, Seehausener Straße und Neustädter Straße. Neben Informationen standen der persönliche Austausch, Raum für individuelle Fragen und direkte Kontakte zu lokalen Ausbildungsbetrieben und Beratungsstellen im Mittelpunkt.

Mit dieser Veranstaltungsreihe setzt das Projekt „Deine Zukunft“ ein starkes Zeichen für Zugangsgerechtigkeit, Empowerment und die konkrete Unterstützung junger Menschen mit Migrationsgeschichte in Leipzig.

Zu weiterer Information: https://www.facebook.com/zawleipzig

„Deine Zukunft: Ausbildung in der Region Leipzig” auf der HANDWERK Live


Unter dem Motto „Ausbildung sichert Zukunft” war das gemeinsame Rat geben-Projekt „Deine Zukunft: Ausbildung in der Region Leipzig” der ZAW Leipzig und der Handwerkskammer zu Leipzig auf der Handwerksmesse HANDWERK Live vom 31. Januar bis 8. Februar 2026 vertreten und stellte sich und seine Angebote den Messebesucher*innen vor.

Das Projekt informiert und unterstützt alle, die die Berufswahl von Jugendlichen mit migrantischen Wurzeln begleiten. Es richtet sich vor allem an Eltern, Angehörige, Lehrer*innen und Betreuer*innen.

Das Projekt bietet (Erst-)Beratung bei Fragen rund um die duale Ausbildung sowie Unterstützungsangebote vor und während der Ausbildung, modulare muttersprachliche/niedrigschwellige Schulungen und Workshops in Oberschulen/ Berufsschulen (Zielgruppe: Eltern) und Vereinen (Zielgruppe: Multiplikatoren), Informationsveranstaltungen in den eigenen Ausbildungsräumen und Werkstätten zum Thema Übergang Schule – Berufsausbildung sowie Infostände bei Messen, Fachtagen und weiteren BO-Veranstaltungen in der Region.

Das Beratungsangebot steht in fünf Sprachen zur Verfügung: Deutsch, Arabisch, Englisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch.

Termine können ganz einfach über die Webseite der ZAW Leipzig vereinbart werden. Zudem gibt es jeden Dienstag eine offene Sprechstunde von 9:00 bis 12:00 Uhr.

ZAW Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig GmbH

Die ZAW Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig GmbH ist seit 30 Jahren Ihr zuverlässiger Partner für die berufliche Bildung. Als Tochtergesellschaft der IHK zu Leipzig sind wir in der Berufsorientierung, Ausbildung, Aufstiegsqualifizierung und Weiterbildung für die Unternehmen der Region und ihre Fachkräfte tätig.