6. Bundesweites BENdA-Vernetzungstreffen in Stuttgart
Am 7. und 8. Mai 2026 kamen 19 Organisationen aus ganz Deutschland in Stuttgart zusammen, um sich im Rahmen des ESF Plus-Modellprogramms “Rat geben – Ja zur Ausbildung!” zu aktuellen Herausforderungen, Good-Practice-Ansätzen und erfolgreichen Strategien zur Stärkung von Bezugspersonen junger Menschen mit Migrationsgeschichte im Übergang Schule-Berufsausbildung auszutauschen.
Im Mittelpunkt des bundesweiten Vernetzungstreffens standen zentrale Fragen: Wie können Bezugspersonen junger Menschen mit Migrationsgeschichte besser erreicht und gestärkt werden? Wie gelingt eine kultursensible und niedrigschwellige Ansprache? Und welche Unterstützungsangebote sowie Netzwerke erleichtern den Zugang zu Ausbildung und Beruf?
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten von Jill Knöper, Programmverantwortliche von dem ESF Plus-Modellprogramm „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Lavan Sabir, Managing Director der JOBLINGE gAG Südwest, sowie der BENdA-Co-Projektleitung Cemalettin Özer.
Austausch zu Netzwerkarbeit, Mehrsprachigkeit und Good Practice
Der erste Veranstaltungstag widmete sich der Netzwerkarbeit, der Bedeutung von Mehrsprachigkeit sowie erfolgreichen Ansätzen in der Beratung und Unterstützung Bezugspersonen.
Zum Auftakt präsentierte Charlotte Rößler-Prokhorenko, BENdA-Fachreferentin für Monitoring, die Ergebnisse der BENdA-Befragung im Januar 2026 zur Netzwerkarbeit in den Rat geben-Projekten. Anschließend stellte Regina Rodenbücher, Lead Consultant bei Syspons, zentrale Ergebnisse der externen Evaluation des ESF Plus-Modellprogramms „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ vor.
Weitere Impulse beschäftigten sich unter anderem mit der verständlichen Vermittlung des deutschen Ausbildungssystems für Bezugspersonen, der Bedeutung von Mehrsprachigkeit als beruflicher Qualifikation sowie erfolgreichen Kooperationsansätzen mit Netzwerkpartnern.
So präsentierte Bodo Fargeon, Projektleiter von Ausbilden. Arbeiten. Unternehmen e. V. (A.A.U.e.V.) und der KAUSA-Landesstelle Bayern, Materialien, Methoden und hilfreiche Links zur niedrigschwelligen Erklärung des Ausbildungssystems. Anke Settelmeyer vom Bundesinstitut für Berufsbildung sprach über Mehrsprachigkeit als wichtige berufliche Ressource.
Ein praxisnahes Good-Practice-Beispiel stellte Aysel Özdilek von der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e. V. vor. Im Fokus standen dabei die Zusammenarbeit mit der Jugendberufsagentur Hamburg und weiteren Netzwerkpartnern.
Im Anschluss boten BarCamps Raum für Erfahrungsaustausch und gemeinsame Reflexion.
Fachkräftebedarf, Beratungsangebote und kultursensible Ansprache
Auch der zweite Veranstaltungstag stand im Zeichen des fachlichen Austauschs und der praxisnahen Vernetzung.
Charlotte Pommer, BENdA-Fachreferentin für Wissensnetz und Dokumentation, informierte über Berufsfelder mit aktuell hohem Fachkräftebedarf. Danach stellte Maike Schumacher, stv. Abteilungsleiterin “Berufliche Bildung und Fachkräfte”, Unterstützungsmöglichkeiten der Industrie- und Handelskammern sowie das Projekt „Kümmerer“ vor.
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Beratungsangebote für Bezugspersonen junger Menschen mit Migrationsgeschichte. Janina Olbrich und Tamara Weiland-Müller von der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) des DRK-Kreisverbands Tauberbischofsheim e. V., präsentierten die Arbeit der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) sowie Möglichkeiten für Vernetzung mit den Rat geben-Projekten.
Zum Abschluss thematisierten Jovica Arvanitelli, Projektkoordination INTURO: Integration von aus der Ukraine geflüchteten und vertriebenen Roma, stv. Vorsitzender des Verbands Deutscher Sinti & Roma, Landesverband Baden-Württemberg e. V., und Slavica Husseini, Bildungsreferentin und Referentin in der Beratungsstelle, kultursensible Zugangswege zur Erreichung spezifischer Communities. Dabei standen insbesondere Erfahrungen aus der Arbeit mit geflüchteten und vertriebenen Roma aus der Ukraine im Mittelpunkt des Vortrages.
Gemeinsames Engagement für gelingende Übergänge
Das 6. Bundesweite BENdA-Vernetzungstreffen hat erneut gezeigt: Erfolgreiche Übergänge in Ausbildung und Beruf gelingen besonders dann, wenn Beratung, Netzwerke und Bezugspersonen zusammen wirken.
Ein besonderer Dank gilt Plan A + für die gemeinsame Organisation des Vernetzungstreffens, allen Inputgebenden für die wertvollen Impulse sowie allen Teilnehmenden für den engagierten und bereichernden Austausch.







