Zum Hauptinhalt springen

Region: Bundesweit

6. Bundesweites BENdA-Vernetzungstreffen in Stuttgart

Am 7. und 8. Mai 2026 kamen 19 Organisationen aus ganz Deutschland in Stuttgart zusammen, um sich im Rahmen des ESF Plus-Modellprogramms “Rat geben – Ja zur Ausbildung!” zu aktuellen Herausforderungen, Good-Practice-Ansätzen und erfolgreichen Strategien zur Stärkung von Bezugspersonen junger Menschen mit Migrationsgeschichte im Übergang Schule-Berufsausbildung auszutauschen.

Im Mittelpunkt des bundesweiten Vernetzungstreffens standen zentrale Fragen: Wie können Bezugspersonen junger Menschen mit Migrationsgeschichte besser erreicht und gestärkt werden? Wie gelingt eine kultursensible und niedrigschwellige Ansprache? Und welche Unterstützungsangebote sowie Netzwerke erleichtern den Zugang zu Ausbildung und Beruf?

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten von Jill Knöper, Programmverantwortliche von dem ESF Plus-Modellprogramm „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Lavan Sabir, Managing Director der JOBLINGE gAG Südwest, sowie der BENdA-Co-Projektleitung Cemalettin Özer.

Austausch zu Netzwerkarbeit, Mehrsprachigkeit und Good Practice

Der erste Veranstaltungstag widmete sich der Netzwerkarbeit, der Bedeutung von Mehrsprachigkeit sowie erfolgreichen Ansätzen in der Beratung und Unterstützung Bezugspersonen.

Zum Auftakt präsentierte Charlotte Rößler-Prokhorenko, BENdA-Fachreferentin für Monitoring, die Ergebnisse der BENdA-Befragung im Januar 2026 zur Netzwerkarbeit in den Rat geben-Projekten. Anschließend stellte Regina Rodenbücher, Lead Consultant bei Syspons, zentrale Ergebnisse der externen Evaluation des ESF Plus-Modellprogramms „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ vor.

Weitere Impulse beschäftigten sich unter anderem mit der verständlichen Vermittlung des deutschen Ausbildungssystems für Bezugspersonen, der Bedeutung von Mehrsprachigkeit als beruflicher Qualifikation sowie erfolgreichen Kooperationsansätzen mit Netzwerkpartnern.

So präsentierte Bodo Fargeon, Projektleiter von Ausbilden. Arbeiten. Unternehmen e. V. (A.A.U.e.V.) und der KAUSA-Landesstelle Bayern, Materialien, Methoden und hilfreiche Links zur niedrigschwelligen Erklärung des Ausbildungssystems. Anke Settelmeyer vom Bundesinstitut für Berufsbildung sprach über Mehrsprachigkeit als wichtige berufliche Ressource.

Ein praxisnahes Good-Practice-Beispiel stellte Aysel Özdilek von der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e. V. vor. Im Fokus standen dabei die Zusammenarbeit mit der Jugendberufsagentur Hamburg und weiteren Netzwerkpartnern.

Im Anschluss boten BarCamps Raum für Erfahrungsaustausch und gemeinsame Reflexion.

Fachkräftebedarf, Beratungsangebote und kultursensible Ansprache

Auch der zweite Veranstaltungstag stand im Zeichen des fachlichen Austauschs und der praxisnahen Vernetzung.

Charlotte Pommer, BENdA-Fachreferentin für Wissensnetz und Dokumentation, informierte über Berufsfelder mit aktuell hohem Fachkräftebedarf. Danach stellte Maike Schumacher, stv. Abteilungsleiterin “Berufliche Bildung und Fachkräfte”, Unterstützungsmöglichkeiten der Industrie- und Handelskammern sowie das Projekt „Kümmerer“ vor.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Beratungsangebote für Bezugspersonen junger Menschen mit Migrationsgeschichte. Janina Olbrich und Tamara Weiland-Müller von der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) des DRK-Kreisverbands Tauberbischofsheim e. V., präsentierten die Arbeit der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) sowie Möglichkeiten für Vernetzung mit den Rat geben-Projekten.

Zum Abschluss thematisierten Jovica Arvanitelli, Projektkoordination INTURO: Integration von aus der Ukraine geflüchteten und vertriebenen Roma, stv. Vorsitzender des Verbands Deutscher Sinti & Roma, Landesverband Baden-Württemberg e. V., und Slavica Husseini, Bildungsreferentin und Referentin in der Beratungsstelle, kultursensible Zugangswege zur Erreichung spezifischer Communities. Dabei standen insbesondere Erfahrungen aus der Arbeit mit geflüchteten und vertriebenen Roma aus der Ukraine im Mittelpunkt des Vortrages.

Gemeinsames Engagement für gelingende Übergänge

Das 6. Bundesweite BENdA-Vernetzungstreffen hat erneut gezeigt: Erfolgreiche Übergänge in Ausbildung und Beruf gelingen besonders dann, wenn Beratung, Netzwerke und Bezugspersonen zusammen wirken.

Ein besonderer Dank gilt Plan A + für die gemeinsame Organisation des Vernetzungstreffens, allen Inputgebenden für die wertvollen Impulse sowie allen Teilnehmenden für den engagierten und bereichernden Austausch.

6. bundesweites Fokusgruppentreffen von „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ in Duisburg

Am 26. Februar 2026 fand im Stapeltor Duisburg das 6. bundesweite Fokusgruppentreffen im Rahmen des Programms „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen diesmal die Kooperationsmöglichkeiten mit regionalen Mentoring- und Coachingprogrammen.

Einblicke in die regionale Projektarbeit

Nach einer kurzen Begrüßung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) – vertreten durch Jill Knöper aus dem Referat „ESF-Programmumsetzung, EHAP Verwaltungsbehörde, Digitale Transformation“ – stellten zwei regionale Projekte ihre Arbeit vor und gaben spannende Einblicke in ihre Praxis:

  • „RATORT RUHR“, vorgestellt von Mohamed Majidi von Grone Bildungszentren NRW gGmbH (Standorte Gelsenkirchen, Duisburg und Essen)
  • „Berufsorientierungslotsen“, präsentiert von Tobias Hameling von integralis e.V. (Standort Duisburg) sowie Milan Mihajlovic von Bildungsinstitut Vogel GmbH (Standort Herne)

Die Beiträge machten deutlich, wie vielfältig die Beratungs- und Unterstützungsangebote für Bezugspersonen von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte in den Regionen gestaltet sein können.

Besonders großes Interesse weckten drei Beispiele innovativer Projektarbeit:

  • Die Kooperation mit einem regionalen Sportverein, bei der Trainer in Social-Media-Videos aus ihrer Arbeit mit Jugendlichen berichten, Fragen zur Berufsorientierung aufgreifen und auf Unterstützungsangebote von Rat geben aufmerksam machen.
  • Die enge Verzahnung mit dem landesweiten Berufsorientierungsprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“ sowie
  • die intensive und enge Zusammenarbeit mit lokalen Kulturvereinen.

Diese Praxisbeispiele stießen auf großen Zuspruch und führten zu einem regen Austausch unter den Teilnehmenden – verbunden mit dem Wunsch nach weiterem Wissenstransfer zu solchen erfolgreichen Ansätzen.

Fachlicher Impuls: Mentoring und Coaching im Fokus

Einen zusätzlichen fachlichen Impuls lieferte Nilab Alokuzay-Kiesinger, Vorsitzende und Geschäftsführerin von Start with a Friend e.V. Sie stellte das Mentoring- und Coachingprojekt „SWAF-Tandem“ vor, das Jugendliche mit Migrationsgeschichte durch individuelle Begleitung stärkt.

Der Vortrag sowie die anschließende Fragerunde machten deutlich, dass sich für das Programm „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ vielversprechende Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit bieten – sowohl auf regionaler als auch auf bundesweiter Ebene. Die weiteren Entwicklungen dieser möglichen Kooperationen werden wir mit großem Interesse verfolgen.

Interaktive Barcamps und gemeinsame Perspektiven

Im zweiten Teil der Veranstaltung arbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam mit dem BENdA-Team (Regionalkoordination, Wissensnetz und Öffentlichkeitsarbeit) in interaktiven Barcamp-Formaten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen Mentoring- und Coachingprojekten im Modellprogramm künftig weiter gestärkt und intensiviert werden kann.

Der offene fachliche Austausch sowie die gemeinsam festgehaltenen Ergebnisse eröffneten den Teilnehmenden neue Perspektiven und Impulse für ihre Projektarbeit.

Ausblick

Wir danken allen „Rat geben“-Projekten für den intensiven Austausch und die vielen neuen Perspektiven. Wir sind gespannt, welche starken Kooperationen mit Mentoring- und Coachingprogrammen künftig entstehen und wie sie dazu beitragen werden, einen diskriminierungskritischen Zugang zur dualen Ausbildung für junge Menschen mit Migrationsgeschichte weiter zu stärken.

3. BENdA-Social-Media-Kampagne: Good Practice Beispiele sichtbar machen

Vom 12. bis 31. Dezember 2025 setzte die dritte BENdA Social-Media-Kampagne einen besonderen Fokus auf die Good-Practice-Beispiele der bundesweiten Rat geben-Projekte. Ziel war es, regionale Erfolge, praxisnahe Ansätze und wirksame Unterstützungsangebote sichtbar zu machen und über die jeweiligen Regionen hinaus vorzustellen.

Das Besondere an der Kampagne war, dass die Rat geben-Projekte selbst ihre Arbeit und innovativen Ansätze präsentierten. Im Fokus lagen dabei besondere Veranstaltungsformate, Wege einer wirkungsvollen Kommunikation sowie verschiedene Kooperationenmöglichkeiten. Gezeigt wurden eindrucksvolle Beispiele dafür, wie Bezugspersonen – z. B. Eltern, Familienangehörige, Lehrkräfte oder Fachkräfte der Sozialen Arbeit –, die junge Menschen mit Migrationshintergrund beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf unterstützen, bestmöglich geschult, für ihre Rolle als wichtige Ratgebende sensibilisiert und empowert werden können.

Die Kampagne richtete sich sowohl an die breite Öffentlichkeit als auch an arbeitsmarktpolitische Akteur*innen und trug dazu bei, ausgewählte innovative Ansätze der Rat geben-Projektarbeit bundesweit vorzustellen, wertvolles Fachwissen zu transferieren und neue Kooperationen anzuregen.

16 Projekte – vielfältige Ansätze

Im Rahmen der Kampagne wurden 16 Rat geben-Projekte bundesweit interviewt. Trotz sehr unterschiedlicher regionaler Bedingungen – von verschiedenen Community-Strukturen über Stadt- und Regionsgrößen bis hin zu landesspezifischen Rahmenbedingungen – zeigte sich eine große Vielfalt an erfolgreichen Ansätzen. Dazu gehörten niedrigschwellige und mehrsprachige Beratungsangebote, Netzwerkarbeit mit Schulen, Kammern und Arbeitsagenturen, der Einsatz von Role Models, digitale und KI-gestützte Beratungstools sowie innovative Formate wie Willkommenscafés, Empowerment-Wochenenden oder Social-Media-Videos.

Die vorgestellten Good-Practice-Beispiele aus den Regionen Nord, Ost, West und Süd verdeutlichen, wie wirkungsvoll die Rat geben-Projekte Bezugspersonen unterstützen, damit diese junge Menschen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf erfolgreich begleiten können.

Hier geht es zu unserem BENdA-Instagram-Account. Die Videos finden Sie auch in unserem BENdA-Youtube-Kanal.

Auch künftig wird das BENdA-Projekt weitere Good-Practice-Beispiele aufbereiten und veröffentlichen.
Wenn Sie informiert bleiben möchten, laden wir Sie herzlich ein, den BENdA-Newsletter zu abonnieren und aktuelle Einblicke in Materialien, Entwicklungen und Veranstaltungen zu erhalten.

Newsletter-Anmeldung: www.benda-ratgeben.de/#newsletter

Übergang Schule-Berufsausbildung: Welchen Beitrag können Patenschaften leisten?

Am Dienstag, den 16.12.2025, fand das Online-Seminar „Der Übergang von Schule zum Beruf – welchen Beitrag können Patenschaften leisten?“ im Rahmen des Projekts „Alt & Jung – Chancenpatenschaften“ statt.

Unter der Leitfrage „Welchen Beitrag können Patenschaften am Übergang von der Schule in die Berufsausbildung leisten?“ gab Cemalettin Özer, Co-Projektleiter von BENdA und Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des Bundesverbands Netzwerke der Migrantenorganisationen (BV NeMO) e. V., einen fachlichen Input. In seinem Beitrag stellte er das Modellprogramm „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“, den Bezugspersonen-Ansatz sowie die eingesetzten Instrumente, Strukturen und bisherigen Zwischenergebnisse von BENdA vor.

Die Teilnehmenden zeigten großes Interesse und beteiligten sich mit zahlreichen Fragen an der Diskussion. Viele äußerten den Wunsch, künftig sowohl bundesweit als auch regional mit den Projekten zu kooperieren.

Weitere Informationen zum Projekt „Alt & Jung – Chancenpatenschaften“ finden Sie hier.

BENdA-Fachtagung: Gemeinsam Zukunft gestalten

Am 6. November 2025 fand im Ökohaus in Frankfurt am Main unsere bundesweite hybride BENdA-Fachtagung in Kooperation mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main statt. Unter dem Titel „Gemeinsam Zukunft gestalten: Eltern mit Migrationsgeschichte als geschulte Ratgeber*innen junger Menschen im Übergang Schule – Berufsausbildung“ kamen Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, und Politik sowie aus Migrat*innenorganisationen und die Rat geben-Projekte zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Übergang Schule – Berufsausbildung zu diskutieren.

Neben inspirierenden Impulsen, wertvollem Austausch und spannenden Diskussionsrunden gab es jede Menge Einblicke in ausgewählte Good-Practice-Beispiele aus dem ESF Plus-Modellprogramm “Rat geben – Ja zur Ausbildung!”.

Die Veranstaltung begann mit eindrucksvollen Videobeiträgen sowie Grußworten von:

Sie betonten die Bedeutung diskriminierungskritischer Ansätze und die zentrale Rolle von Eltern und Bezugspersonen bei der Berufsorientierung insbesondere bei jungen Menschen mit Migrationsgeschichte.

Zwei Keynotes skizzierten die fachlichen Rahmenbedingungen im Übergang Schule-Berufsausbildung, vertieften die Bedeutung elterlicher Unterstützung und wie diese für ihre Rolle als wichtige Ratgebende gestärkt werden können:

  • Dieter Dohmen, Gründer und Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS), hob hervor, wie wichtig es sei, Eltern zunächst einen verständlichen Zugang zum komplexen deutschen (Aus-)Bildungssystem zu ermöglichen. Nur so könnten sie ihre Kinder wirksam unterstützen und ihnen Orientierung in einer sich schnell verändernden Ausbildungs- und Arbeitswelt bieten.
  • Dr. Mehmet Alpbek, Sprecher des Vorstands des Bundeselternnetzwerks der Migrantenorganisationen für Bildung und Teilhabe (bbt), ergänzte diese Perspektive um die spezifischen Erfahrungen von Eltern mit Migrationsgeschichte. Er wies darauf hin , wie wichtig es sei, diese Eltern über ihre Rechte zu informieren, ihnen Beteiligungsmöglichkeiten aufzuzeigen und sie als aktive Partner im Bildungs- und Übergangsprozess ihrer Kinder zu stärken.

Im weiteren Verlauf stellten Projektträgerinnen des BENdA-Netzwerks konkrete Good-Practice-Beispiele vor. Dazu zählen unter anderem:

  • Austauschzirkel für Eltern, Angehörige und Freund*innen junger Menschen mit Migrationsgeschichte, die bereits in mehreren Regionen erfolgreich umgesetzt werden
  • Digitale Fortbildungen zu Themen wie Ausbildungswege, Diversität, Interkulturalität und aktuellen Entwicklungen in der Berufsbildung
  • Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Elternberatung, der aufzeigt, wie innovative Technologien Beratungsprozesse erleichtern können
  • Ein Projekt zu kultursensiblen Informationen über Pflegeberufe, das Eltern gezielt unterstützt und Zugänge zu diesem Arbeitsfeld eröffnet

Das BENdA-Team präsentierte erste Zwischenergebnisse der bundesweiten Vernetzungsarbeit und wie es die 16 Rat geben-Projekte strukturell stärkt, fachlich unterstützt und langfristig miteinander verbindet.

Abschließend wurden zentrale Erkenntnisse aus der externen Evaluation des Modellprogramms „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“ vorgestellt. Die Ergebnisse lieferten wertvolle Einblicke in bisherigen Fortschritte, Wirkungen und weitere Entwicklungsbedarfe des Programms

Die Fachtagung machte deutlich, wie viel Potenzial in der gezielten Stärkung von Eltern mit Migrationsgeschichte als wichtige Bezugspersonen für junge Menschen liegt. Sie zeigte zugleich wie auf so vielfältige Weise Eltern begleitet und unterstützt werden können, um jungen Menschen mit Migrationsgeschichte den Zugang zur Ausbildung diskriminierungskritischer und chancengerechter zu gestalten.

5. BENdA-Vernetzungstreffen 2025: Austausch, Inspiration und neue Impulse

Sich zu praxiserprobter Projektarbeit austauschen und voneinander profitieren – unter diesem Motto fand am 16. und 17. September 2025 das fünfte BENdA-Vernetzungstreffen in Berlin-Kreuzberg statt. In vertrauter Atmosphäre kamen die Akteur*innen aus den Rat geben-Projekten zusammen, um ihre Erfahrungen zu teilen, innovative Ansätze kennenzulernen und neue Ideen für die Zusammenarbeit mit Bezugspersonen junger Menschen mit Migrationsgeschichte zu entwickeln.

Tag 1: Good Practice teilen – voneinander lernen

Zum Auftakt des Treffens präsentierten die teilnehmenden Projekte ihre erfolgreichen Praxisbeispiele. Im Mittelpunkt standen Themen wie Vernetzung, Veranstaltungsformate, Schulungsinhalte, Öffentlichkeitsarbeit und Akquise. Die Projektakteur*innen tauschten sich intensiv über wirksame Methoden aus und gewannen dabei zahlreiche Impulse für ihre zukünftige Arbeit. Immer im Fokus: die Stärkung von Bezugspersonen im Übergang junger Menschen von der Schule in die Berufsausbildung.

Die vorgestellten Ansätze zeigten eindrucksvoll, wie viel Fachwissen und Engagement in den Projekten steckt – und wie wertvoll der Austausch auf Augenhöhe ist, um voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu stärken.

Tag 2: Input, Reflexion und praktische Übungen

Der zweite Tag war geprägt von zwei fachlichen Inputs und anwendungsorientierter Vertiefung:

  • Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Beratung und Schulung von Bezugspersonen
    Sabine Mutubma, bekannt als die Redenberaterin, gab einen praxisnahen Einblick in aktuelle KI-Tools und ihre Einsatzmöglichkeiten in der Projektarbeit. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden Anwendungsideen und reflektierten die Chancen und Herausforderungen digitaler Unterstützung.
  • Critical Whiteness in der Arbeit mit Bezugspersonen von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte
    Maria Leue und Susan Mwai sensibilisierten in ihrem Input für rassismuskritische Perspektiven in der Zusammenarbeit mit Bezugspersonen – sowohl mit als auch ohne Migrationsgeschichte. In gemeinsamen Übungen wurden Handlungsmöglichkeiten für eine machtsensible, diskriminierungskritische Praxis erarbeitet.

Fazit: Gemeinsam weiterdenken und stärken

Das Vernetzungstreffen hat erneut gezeigt: fachlicher Austausch, gegenseitige Beratung und gemeinsame Unterstützung sind zentrale Elemente, um Bezugspersonen junger Menschen im Übergang Schule-Beruf wirksam begleiten und stärken zu können. Die Vielfalt an Perspektiven und Erfahrungen war inspirierend und ermutigend – für die Teilnehmenden ebenso wie für die Weiterentwicklung der Projektarbeit insgesamt.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für den offenen, respektvollen Austausch, die kreativen Ideen und das gemeinsame Weiterdenken!

6. Digitale Fokusgruppe des BENdA-Projekts: Sportvereine als Brückenbauer

Über 40 Teilnehmende aus ganz Deutschland diskutierten am 6. Mai 2025 gemeinsam über die Rolle von Sportvereinen als wichtige Partner in der beruflichen Orientierung junger Menschen mit Migrationshintergrund.

Der thematische Fokus lag diesmal auf der Zusammenarbeit mit Trainer*innen und Bezugspersonen aus Sportvereinen. Denn Sport schafft niedrigschwellige Zugänge, bietet Vertrauensräume und unterstützt junge Menschen auf ihrem Weg in die Ausbildung.

Wertvolle Impulse aus der Praxis kamen unter anderem von Can Şahin (Integration durch Sport, DOSB), der den Teilnehmenden aufzeigte, wie Sportvereine bereits jetzt integrativ wirken und welche Kooperationsstrukturen auf kommunaler und Landesebene genutzt werden können, um Bezugspersonen im Bereich Sport zu gewinnen und diese für ihre Rolle als wichtige Ratgebende für Jugendliche mit Migrationsgeschichte im Übergang Schule-Berufsausbildung zu stärken. Ergänzt wurde der Vortrag durch ein anschauliches Good-Practice-Beispiel aus Hamburg, vorgestellt von Mareike Ippen und Lennart Paulmann (ASM e.V.), in Kooperation mit dem Hamburger Sportbund.

Daran anschließend wurden in themenspezifischen Austausch-Runden zentrale Fragen vertieft: Welche Argumente überzeugen Sportvereine zur Kooperation mit Rat geben-Projekten? Wie gelingt eine gezielte Ansprache von Bezugspersonen im Bereich Sport? Welche Schulungen benötigen sie?

Die Ergebnisse zeigten klar: Trainer*innen als Schlüsselakteure können gezielt eingebunden und qualifiziert werden. Gleichzeitig braucht es langfristige Beziehungen, klare Ansprechpersonen und konkrete Kooperationsangebote, um Sportvereine als Partner zu gewinnen. BENdA unterstützt hier mit Materialien, Vernetzung und gemeinsamen Strategien.

Das nächste Fokusgruppe-Treffen wird am 26. Juni vor Ort in Lübeck stattfinden.

4. Vernetzungstreffen „Rat geben – Ja zur Ausbildung!” in Berlin

Die Zusammenarbeit mit arbeitsmarktpolitischen Akteuren im Übergang Schule-Berufsausbildung ist auch für die 17 Rat geben-Projekte ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. Durch Kooperationen können Wissen und Ressourcen gebündelt werden, Bezugspersonen besser erreicht und zielgerichtet unterstützt werden. Vor diesem Hintergrund fand am 3. und 4. April 2025 im Berliner Bezirk Wedding unser zweitägiges Rat geben-Vernetzungstreffen statt. Ziel der Veranstaltung war es, sich über Erfahrungen, Herausforderungen und bewährte Ansätze in der Arbeit mit Bezugspersonen von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte auszutauschen und zu vernetzen.

Neben wertvollen Inputs durch verschiedene arbeitsmarkpolitische Akteure, welche hilfreiche Anknüpfungspunkte für die Gestaltung von Zusammenarbeit vermittelten, ermöglichten themenorientierte vertiefende Diskussionen Einblicke in die vielfältige Projektarbeit der bundesweiten Rat geben-Akteure. Denn obwohl alle Projekte auf die Stärkung von Bezugspersonen, die junge Menschen auf ihrem Weg in die duale Ausbildung begleiten, gleichsam abzielen – arbeiten sie bundesweit unter verschiedenen Rahmenbedingungen. Dadurch bringen sie jeweils unterschiedliche regionale Perspektiven und Good-Practice-Beispiele mit, die den fachlichen Austausch untereinander bereicherten.

Im Rahmen der Veranstaltung gab es auch einen Input durch Philipp Langer (Referat VIa4 „Koordinierung, Europäisches Parlament, EU-Erweiterung, EU-Außenbeziehungen“; Bundesministerium für Arbeit und Soziales) zum aktuellen Stand des ESF Plus-Programm „Rat geben – Ja zur Ausbildung!“. Das Ergebnis lässt sich zeigen: Über 8000 Teilnehmende hat das Programm mittlerweile erreicht. Dazu gehören Erziehungsberechtigte und Verwandte, Sozialarbeiter*innen, Ehrenamtler*innen und weitere Bezugspersonen von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte.

Ein weiteres Highlight waren die Inputs von sechs Expert*innen aus verschiedenen Bereichen im Übergang Schule-Berufsausbildung. Die Beiträge boten wertvolle Impulse und Möglichkeiten der Zusammenarbeit:

Inputs Tag 1 : Gemeinsam für eine chancengerechte Ausbildung und berufliche Orientierung für Jugendliche

Dr. Lorenz Lauer (Leiter des Referats Integration, Vielfalt, Familie in der Arbeitswelt; Deutsche Industrie- und Handelskammer) betonte die Rolle der Wirtschaft bei der Integration von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte. In seinem Beitrag stellte er das breite Engagement der IHKs vor – darunter Programme wie „Stark für Ausbildung“ oder das „Netzwerk Unternehmen integrieren Geflüchteten“, das über 4.000 Betriebe bei der Integration Geflüchteter unterstützt. Besonders hervorgehoben wurde das Aktionsprogramm „Ankommen in Deutschland“, das bundesweit Beratungs- und Unterstützungsangebote bündelt. Dabei geht es nicht nur um berufliche Orientierung und Ausbildungsvorbereitung, sondern auch um die individuelle Begleitung – vom Bewerbungstraining bis zur langfristigen Betreuung im Ausbildungsalltag. Ein klares Signal: Vielfalt wird in der Wirtschaft nicht nur akzeptiert, sondern aktiv gefördert.

Mehr als zwölf Millionen Menschen mit Migrationshintergrund tragen zum Wohlstand Deutschlands bei. Ohne Vielfalt fehlen sie, ihre Produktivität und ihr entscheidender Beitrag zum kreativen Miteinander im Arbeitsleben.

Birgit Kwasniok (Referentin im Geschäftsbereich Förderleistungen, Bundesagentur für Arbeit) gab einen umfassenden Überblick über die Unterstützungsinstrumente am Übergang von Schule-Beruf. Besonders im Fokus stand das Modell der Assistierten Ausbildung (AsA). Es unterstützt junge Menschen individuell – sowohl vor als auch während der Ausbildung – mit Maßnahmen wie Bewerbungstraining, Angeboten zum Abbau von Bildungs- und Sprachdefiziten, sozialpädagogische Begleitung sowie Prüfungsvorbereitung. Die AsA trägt laut Studien wesentlich dazu bei, Ausbildungsabbrüche zu verhindern und die Leistungen in der Berufsschule zu verbessern. Frau Kwasniok betonte jedoch auch, dass die Angebote oft nicht bekannt genug sind. Hier bedarf es einer stärkeren Vermittlung durch Bezugspersonen und Institutionen.

„Die Assistierte Ausbildung gibt jungen Menschen genau die Unterstützung, die sie brauchen – individuell, flexibel und nah an ihrer Lebensrealität.”

Carl-Hans Strudthoff und Auguste Hennecke-Bauernfeind präsentierten das Programm VerAplus des Senior Expert Service (SES). Hier begleiten Fachkräfte im Ruhestand ehrenamtlich junge Menschen durch die Ausbildung – persönlich, flexibel und bedarfsgerecht. Ziel des Programms ist es, junge Menschen auf ihrem Weg durch die Ausbildung individuell zu unterstützen – insbesondere dann, wenn es Schwierigkeiten in der Berufsschule, im Betrieb oder im persönlichen Umfeld gibt. Über 25.000 Auszubildende haben bisher von dieser generationenübergreifenden Unterstützung profitiert.

„Was Auszubildende brauchen ist Vertrauen und echte Begleitung – genau hier setzt VerAplus mit Herz, Erfahrung und Engagement an.”

Inputs Tag 2: Impulse aus Praxis und Forschung: Migrantische Selbstorganisationen, Schulen und Sportvereine als Schlüssel, um Bezugspersonen besser zu erreichen

Dr. Nils Friedrichs vom Sachverständigenrat für Integration und Migration gab einen Überblick zu migrantischen Organisationen in Deutschland. Er betonte ihre zentrale Rolle in der Integrationsarbeit sowie ihre Funktion als Anlaufstelle für Community-Support. Herausforderungen wie Ressourcenknappheit und ungleiche Partnerschaften mit staatlichen Stellen wurden ebenso thematisiert wie die Notwendigkeit politischer Interessenvertretung. Besonders hob er die Bedeutung von Vernetzung unter migrantischen Organisationen hervor – als Mittel zum Wissensaustausch, für gemeinsame Projekte und zur gegenseitigen Stärkung.

Jens Priesen, Schulsozialarbeit für Berufsorientierung an der Hermann-von-Helmholtz-Schule in Berlin-Neukölln, stellte praxisnahe Strategien zur Berufsorientierung an Schulen vor. Neben individueller Beratung und Workshops organisiert er Kooperationen mit lokalen Betrieben, um reale Übergänge von Schule in Ausbildung zu schaffen. Darüber hinaus zeigte er Wege auf, wie Bezugspersonen im schulischen Kontext gezielt erreicht und in ihrer Rolle gestärkt werden können. Er verwies auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Lehrkräften, Jugendberufsagenturen und außerschulischen Partner*innen bei der Begleitung junger Menschen, insbesondere von Schüler*innen mit Geflüchtet Erfahrung:

„Berufsorientierung funktioniert nur im Netzwerk – wenn Schule, Wirtschaft und Jugendhilfe gemeinsam an einem Strang ziehen entstehen echte Zukunftsperspektiven.”

Cemalettin Özer (Co-Projektleitung von BENdA) präsentierte stellvertretend für Frau Tamadon vom Integration durch Sport (DOSB), wie Sport als wirkungsvolles Mittel zur Förderung von Teilhabe und Integration fungieren kann. Er zeigte, wie Sportangebote Begegnungen schaffen, kulturellen Austausch ermöglichen und Zugehörigkeit stärken. Auch hier wurde die Relevanz politischer Mitsprache betont – besonders im Hinblick auf die Sichtbarkeit migrantischer Perspektiven im organisierten Sport. Herr Özer stellte erfolgreiche Kooperationen mit lokalen Vereinen vor, die inklusive Sportangebote für Menschen mit Migrationsgeschichte realisieren.

Das Treffen machte deutlich: Nur gemeinsam und in Zusammenarbeit mit weiteren arbeitsmarktpolitischen Akteuren und Programmen können wir Bezugspersonen von jungen Menschen bestmöglich unterstützen und für ihre Rolle als Ratgebende im Übergang Schule-Beruf stärken.

Vielen Dank an alle Teilnehmende für den wertvollen Austausch!


5. Digitales Fokusgruppentreffen „Rat geben – Ja zur Ausbildung!”

Wie können Projekte gestaltet werden, um nachhaltig Wirkung zu erzielen? Beim 5. digitalen Fokusgruppentreffen trafen sich die Rat geben-Projekte online, um das Thema “Nachhaltigkeit der Projektarbeit” gemeinsam zu vertiefen. Ein besonderer Schwerpunkt lag darauf, wie die Nachhaltigkeit der einzelnen Rat geben-Projekte in Bezug auf eine Wirkung nach Projektende aussehen könnte und wie eine qualitative Nachbefragung von Bezugspersonen erfolgen kann. Zudem ging es am 20. Februar 2025 darum, gemeinsam regionalisierte Ansätze zu entwickeln, wie die Projekte über die Laufzeit hinaus nachhaltig umgesetzt werden können.

Neben den verschiedenen Projektergebnissen wie erfolgte Maßnahmen, Fortschritte und Erfahrungen sammelten die Teilnehmenden auch Indikatoren für die Wirkungsmessung der Projekte bis über die Laufzeit hinaus.

Im zweiten Teil diskutierten sie regionale und überregionale Förderoptionen wie beispielsweise Förderprogramme, Netzwerke und Kooperationen und skizzierten individuelle Handlungsschritte.

Wir danken allen Teilnehmenden für den wertvollen Austausch und freuen uns schon auf das nächste Treffen.

Team BENdA

3. Fokusgruppentreffen „Rat geben – Ja zur Ausbildung!” in Nürnberg

Am 4. Dezember 2024 trafen sich die Projekte des ESF-Plus-Modellprogramms „Rat geben – Ja zur Ausbildung!” im bfz Nürnberg wieder, um sich fachlich zum Thema „Nachhaltigkeit und Wirkung” auszutauschen und hilfreiche Inputs für ihre Projektarbeit zu sammeln. Gastgebendes Projekt war diesmal das Projekt “Wege zum Beruf – Ratgeber für Bezugspersonen Zugewanderter”.

Die Veranstaltung startete mit einer kurzen Begrüßung durch Cemalettin Özer, Projektleitung BENdA und Stellvertretender Vorsitzender BV NeMO e.V., und Eva Bönisch, stellvertretende Leitung vom bfz Mittelfranken. Anschließend folgte ein spanndendes Input durch Regina Rodenbücher von der Syspons GmbH zum Thema „Nachhaltigkeit und Wirkung von Projekten”. Hierbei erfuhren die Teilnehmenden alles zu den Fragestellungen „Was ist Wirkungsorientierung – Warum brauchen wir das in der Umsetzung von Projekten?”, „Was ist Wirkungslogik und wie kann das aussehen?” und „Was bedeutet Nachhaltigkeit im Kontext von Förderprojekten?”

Die Mittagspause nutzten die Projekte zum fachlichen Austausch und zur weiteren Vernetzung.

Nach der Mittagspause gab unsere Kollegin Anna Götz einen Überblick zu den ersten Zwischenergebnissen der BENdA-Befragung zur Ausgangssituation der Rat geben-Projekte. Diese dient der wirkungsorientierten Erfassung der Projektaktivitäten, zur Ermittlung der Bedarfe sowie zur Optimierung des Beratungsangebots. Hierbei wurden vorrangig die anfänglichen Herausforderungen bei der Zielgruppe Bezugspersonen für Jugendliche mit Migrationsgeschichte als auch die Herausforderungen in Ihrer Region in Bezug auf Jugendarbeitslosigkeit und Informations-/Beratungsangebote bei Projektbeginn erfasst und vorgestellt.

In den darauf folgenden BarCamps diskutierten die Projekte ihre Ideen und Ansätzen zum Thema Nachhaltigkeit und Wirkung und nutzen diese für einen gemeinsamen Jahresrückblick sowie für einen Ausblick in die kommenden Projektjahre.

Insgesamt war die Veranstaltung geprägt von einem sehr konstruktiven und wertschätzenden Austausch der Rat geben-Projekte untereinander. Eine Teilnehmer sagte: „Es ist schön wie wir immer mehr zusammenwachsen – das Netzwerk ist stark.” Das ist ein großer Mehrwert dieses Programms.

Wir danken allen Teilnehmenden für diese inspirierende Veranstaltung, bfz Nürnberg für die tolle Gastfreundschaft und freuen uns schon auf das nächste Treffen.

Viele Grüße

Team BENdA